Zuerst prüfen, um welche Buchung es sich handelt
Öffnen Sie Ihre Bank-, Karten- oder PayPal-App selbst oder geben Sie die bekannte Adresse des Anbieters manuell im Browser ein. Verwenden Sie keinen Link aus einer E-Mail, SMS, Zahlungsanforderung oder Nachricht.
Vergleichen Sie Betrag, Datum, Buchungstext, Händlername und Transaktionsnummer mit Ihren Belegen und Absprachen. Prüfen Sie außerdem:
- ob es sich um ein Abonnement oder eine automatische Zahlung handelt,
- ob eine gemeinsam kontoberechtigte Person oder ein berechtigter Karteninhaber die Zahlung vorgenommen hat,
- ob der Händler im Kontoauszug unter einem anderen Unternehmensnamen erscheint,
- ob eine Kaution, Teilzahlung, Währungsumrechnung oder nachträgliche Anpassung vorliegt,
- ob dieselbe Transaktion nur einmal beim Zahlungsdienst und zusätzlich als Belastung des hinterlegten Bankkontos angezeigt wird,
- ob lediglich eine Rechnung oder Geldanforderung eingegangen ist, ohne dass bereits Geld abgebucht wurde.
Bezahlen Sie eine unbekannte Geldanforderung nicht. Rufen Sie keine darin genannte Telefonnummer an und öffnen Sie keinen beigefügten Zahlungslink.
Unbekannte und selbst veranlasste Zahlungen unterscheiden
Beschreiben Sie gegenüber Bank oder Zahlungsdienst genau, was geschehen ist. Für die Bearbeitung ist der Unterschied wichtig:
- Eine nicht autorisierte Zahlung haben Sie weder selbst ausgelöst noch genehmigt.
- Eine autorisierte Betrugszahlung haben Sie selbst bestätigt, wurden dabei aber über Empfänger, Zweck, Ware oder Leistung getäuscht.
- Eine fehlerhafte Zahlung kann beispielsweise einen falschen Betrag, eine doppelte Belastung oder einen nicht vertragsgemäß ausgeführten Kauf betreffen.
- Eine vorgemerkte oder reservierte Zahlung ist noch nicht zwingend endgültig gebucht.
Eine unter Täuschung selbst bestätigte Überweisung sollte nicht wahrheitswidrig als vollständig unbekannte Transaktion gemeldet werden. Nennen Sie stattdessen den tatsächlichen Ablauf, einschließlich Druck, gefälschter Angaben oder einer manipulierten Zahlungsseite.
Welche Rechte, Rückrufmöglichkeiten und Fristen bestehen, hängt unter anderem von Zahlungsart, Autorisierung, Vertragsbedingungen und den Umständen des Einzelfalls ab.
Sofortige Maßnahmen
Wenn die Buchung nicht plausibel ist oder ein Betrug vermutet wird:
1. Senden Sie kein weiteres Geld und geben Sie keine zusätzlichen Daten oder Bestätigungscodes weiter.
2. Kontaktieren Sie Bank, Kartenherausgeber oder Zahlungsdienst unverzüglich über die offizielle App, die selbst aufgerufene Website oder eine bereits bekannte Rufnummer.
3. Fragen Sie, ob die Zahlung noch gestoppt, abgelehnt, zurückgerufen oder beanstandet werden kann.
4. Lassen Sie gefährdete Karten, Zahlungszugänge oder das Onlinebanking sperren, wenn der Anbieter dies empfiehlt oder Zugangsdaten offengelegt wurden.
5. Sichern Sie Nachrichten, Zahlungsbelege und Transaktionsdaten.
6. Schützen Sie die betroffenen Konten und das zugehörige E-Mail-Konto.
7. Informieren Sie suchen.expert, wenn der Vorgang mit einem Inserat, Profil oder einer Nachricht auf der Plattform zusammenhängt.
8. Erstatten Sie bei Betrug, Identitätsmissbrauch oder anderem Straftatverdacht gegebenenfalls Anzeige.
Handeln Sie schnell, da einzelne Möglichkeiten nur vor der endgültigen Ausführung oder innerhalb bestimmter Fristen bestehen. Eine erfolgreiche Sperrung, Rückholung oder Erstattung lässt sich jedoch nicht garantieren.
Vorgemerkte oder reservierte Buchungen
Eine vorgemerkte Karten- oder PayPal-Zahlung kann eine vorübergehende Autorisierung sein. Solche Reservierungen kommen beispielsweise bei Kautionen oder bei Zahlungen vor, deren endgültiger Betrag erst später feststeht. Sie können den verfügbaren Betrag bereits reduzieren, obwohl noch keine endgültige Belastung erfolgt ist.
Eine Vormerkung verschwindet möglicherweise wieder oder wird durch eine endgültige Buchung ersetzt. Daraus folgt aber nicht, dass jede unbekannte Vormerkung harmlos ist. Wenn Sie Händler, Betrag oder Anlass nicht erkennen, kontaktieren Sie den Kartenherausgeber oder Zahlungsdienst sofort. Dieser kann erklären, ob bereits eine Beanstandung möglich ist oder zunächst die endgültige Buchung abgewartet werden muss.
Stornieren Sie keine zugehörige Bestellung und leisten Sie keine angebliche „Freigabegebühr“, bevor Sie den Vorgang unabhängig geprüft haben.
Bei einer verdächtigen PayPal-Transaktion
Melden Sie sich direkt über die offizielle PayPal-App oder die selbst aufgerufene PayPal-Website an. Prüfen Sie unter den Aktivitäten:
- Empfänger und Betrag,
- Transaktionsstatus,
- verwendete Zahlungsquelle,
- automatische Zahlungen und Zahlungsvereinbarungen,
- unbekannte Rechnungen oder Geldanforderungen,
- Änderungen an E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Karten oder Bankkonten.
Eine Rechnung oder Geldanforderung allein bedeutet noch nicht, dass eine Zahlung erfolgt ist. Zahlen Sie sie nicht, wenn Sie sie nicht zuordnen können.
Wenn Sie selbst bezahlt haben, aber Ware oder Leistung nicht erhalten haben oder erheblich von der Beschreibung abweichen, wählen Sie den tatsächlich passenden Konfliktgrund. Beachten Sie die im PayPal-Konto angezeigten Fristen und beantworten Sie Rückfragen innerhalb der dort genannten Zeit.
Ein Anspruch auf PayPal-Käuferschutz besteht nicht bei jeder Zahlungsart, Ware oder Situation. Die jeweils geltenden Voraussetzungen finden Sie in den offiziellen PayPal-Bedingungen zum Käuferschutz. Wenn die Belastung auf Ihrem Bank- oder Kartenkonto „PayPal“ nennt, aber nicht in Ihren PayPal-Aktivitäten erscheint, kontaktieren Sie sowohl PayPal als auch Ihre Bank beziehungsweise den Kartenherausgeber. Die Zahlung könnte über eine andere E-Mail-Adresse, eine automatische Zahlung oder eine Kartenzahlung ohne Zuordnung zu dem gerade geprüften Konto erfolgt sein.
Melden Sie denselben Vorgang nicht mit widersprüchlichen Angaben bei mehreren Stellen. Informieren Sie Bank und PayPal darüber, wenn bereits ein anderes Beanstandungs- oder Rückbuchungsverfahren läuft, und folgen Sie den Anweisungen des zuständigen Anbieters.
Bei einer verdächtigen Kartenzahlung
Prüfen Sie, ob die Karte noch in Ihrem Besitz ist und ob Kartennummer, Sicherheitsdaten oder ein Bestätigungscode weitergegeben wurden. Kontaktieren Sie den Kartenherausgeber sofort, wenn:
- die Zahlung nicht von Ihnen oder einer berechtigten Person stammt,
- Kartendaten auf einer verdächtigen Website eingegeben wurden,
- Ihre Karte verloren oder gestohlen wurde,
- eine unbekannte digitale Karte oder Wallet-Verknüpfung bestehen könnte,
- weitere Abbuchungen zu erwarten sind.
Nutzen Sie eine Sperrfunktion in der offiziellen Banking-App, wenn sie angeboten wird, und kontaktieren Sie zusätzlich das kartenausgebende Institut.
In Deutschland können girocards und die Karten teilnehmender Herausgeber über den Sperr-Notruf 116 116 gesperrt werden. Prüfen Sie dort, ob Ihr Kartenanbieter angeschlossen ist. Digitale Karten oder Wallets müssen je nach Anbieter möglicherweise gesondert behandelt werden. Fragen Sie den Kartenherausgeber nach dem vorgesehenen Beanstandungs- oder Chargeback-Verfahren und den dafür geltenden Fristen. Ob eine Rückbuchung möglich ist, hängt unter anderem von Kartenart, Autorisierung, Sachverhalt und den Regeln des Anbieters ab.
Bei einer SEPA-Lastschrift
Prüfen Sie im Kontoauszug insbesondere Zahlungsempfänger, Gläubiger-Identifikationsnummer, Mandatsreferenz, Betrag und Belastungsdatum. Klären Sie, ob ein gültiges Mandat oder ein laufender Vertrag besteht.
Für eine SEPA-Basislastschrift mit gültigem Mandat kann innerhalb von acht Wochen nach der Belastung eine Rückgabe ohne Angabe von Gründen verlangt werden. Fehlt ein Mandat, kann eine nicht autorisierte Lastschrift grundsätzlich innerhalb von 13 Monaten nach der Kontobelastung zurückgegeben werden. Diese Fristen werden von der Deutschen Bundesbank in ihren Informationen zur SEPA-Lastschrift erläutert. Kontaktieren Sie Ihre Bank trotzdem unverzüglich und warten Sie nicht bis zum Ende einer Frist. Lassen Sie außerdem klären, wie weitere Einzüge verhindert und ein Mandat wirksam widerrufen werden kann.
Die Rückgabe einer Lastschrift beseitigt nicht automatisch eine tatsächlich bestehende vertragliche Zahlungspflicht. War die Forderung berechtigt, können weiterhin Zahlungsansprüche oder Kosten entstehen. Für SEPA-Firmenlastschriften gelten andere Regeln; lassen Sie sich bei einem Firmenkonto von Ihrer Bank zum konkreten Verfahren beraten.
Bei einer Überweisung
Ist eine Überweisung nur geplant oder noch nicht ausgeführt, prüfen Sie sofort in Ihrem Onlinebanking, ob sie storniert werden kann. Kontaktieren Sie zusätzlich die Bank.
Eine bereits bei der Bank eingegangene oder ausgeführte Überweisung kann meist nicht einseitig zurückgebucht werden. Bitten Sie die Bank unverzüglich um einen Überweisungsrückruf und darum, die Empfängerbank zu kontaktieren. Ob das Geld noch gesichert oder zurückgesendet werden kann, hängt vom Bearbeitungsstand und den Umständen ab.
Bei einer Echtzeitüberweisung ist das Zeitfenster besonders klein. Zahlen Sie keine zusätzliche „Rückholgebühr“ an den vermeintlichen Empfänger oder an angebliche Helfer.
Ein übereinstimmendes Ergebnis der Empfängerüberprüfung zeigt nur, dass Name und Empfängerkonto nach dem eingesetzten Verfahren zusammenpassen; es beweist nicht, dass das zugrunde liegende Geschäft seriös ist. Die BaFin erläutert dies unter Empfängerüberprüfung bei Überweisungen. Wenn Sie die Überweisung selbst bestätigt haben, weil Sie getäuscht, unter Druck gesetzt oder durch eine falsche Identität irregeführt wurden, schildern Sie dies der Bank vollständig. Eine Erstattung folgt daraus nicht automatisch.
Konten und Zugangsdaten absichern
Wenn Zugangsdaten, Karteninformationen oder Bestätigungscodes betroffen sein könnten, handeln Sie von einem vertrauenswürdigen Gerät aus:
- ändern Sie das Passwort des betroffenen Zahlungs- oder Bankkontos,
- sichern Sie das zugehörige E-Mail-Konto,
- ersetzen Sie wiederverwendete Passwörter bei anderen Diensten,
- prüfen Sie Geräte, Sitzungen, Wiederherstellungsdaten und verbundene Anwendungen, sofern entsprechende Funktionen angeboten werden,
- entfernen Sie unbekannte Zahlungsquellen oder Empfänger nur nach Beweissicherung,
- aktivieren Sie zusätzliche Anmeldesicherheit, wenn der Anbieter sie unterstützt.
Ein Passwortwechsel beendet nicht bei jedem Anbieter automatisch alle bestehenden Sitzungen. Fragen Sie den Anbieter, wie unbekannte Zugriffe beendet werden können.
Beweise und Transaktionsdaten sichern
Bewahren Sie die Informationen in unveränderter Form auf. Dazu können gehören:
- vollständiger Buchungstext,
- Buchungs- und Wertstellungsdatum,
- Betrag und Währung,
- Transaktions-, Autorisierungs- oder Vorgangsnummer,
- Empfänger, IBAN oder Händlerbezeichnung,
- bei Lastschriften Gläubiger-ID und Mandatsreferenz,
- PayPal-Transaktions-ID und Status,
- Inserat-ID, Profil- und Inseratlink,
- Nachrichtenverlauf und schriftliche Absprachen,
- Rechnungen, Bestell- und Versandinformationen,
- Screenshots verdächtiger Seiten oder Nachrichten,
- Zeitpunkt und Art der Zahlungsbestätigung.
Sichern Sie die Originalnachrichten, öffnen Sie verdächtige Links oder Anhänge aber nicht erneut. Schwärzen Sie bei einer Weitergabe nicht benötigte Konto-, Karten- und Personendaten. Veröffentlichen Sie keine vollständigen Zahlungsbelege oder persönlichen Daten anderer Beteiligter.
Notieren Sie außerdem, wann und über welchen offiziellen Kanal Sie Bank, Zahlungsdienst oder Kartenherausgeber kontaktiert haben und welche Vorgangsnummer Ihnen gegeben wurde, sofern eine solche vergeben wird.
suchen.expert informieren
Wenn die Zahlung mit einem Inserat, Profil oder Nachrichtenverlauf auf suchen.expert zusammenhängt, melden Sie den Sachverhalt über das offizielle Kontaktformular. Nennen Sie den betroffenen Profil- oder Inseratlink, die Inserat-ID, den Zeitraum, eine kurze Chronologie und bereits ergriffene Maßnahmen. Senden Sie keine Passwörter, PINs, TANs, Einmalcodes, vollständigen Karten- oder Onlinebanking-Daten, Sitzungscookies oder vollständigen Sicherheitslinks. Zahlungsbelege sollten nur die für die Prüfung notwendigen Angaben zeigen.
suchen.expert kann Inhalte und Konten im Rahmen der geltenden Regeln prüfen. Die Plattform kann jedoch keine Bank- oder PayPal-Buchung rückgängig machen, keine Rückzahlung garantieren und keine privaten Zahlungsansprüche verbindlich entscheiden.
Polizei und weitere Stellen
Bei einem finanziellen Schaden, einer Kontoübernahme, Identitätsmissbrauch, gefälschten Dokumenten, Erpressung oder einem anderen Straftatverdacht können Sie Anzeige bei einer Polizeidienststelle oder für nicht dringende Fälle über die Onlinewache der Polizei erstatten. Bei unmittelbarer Gefahr rufen Sie 110. Übermitteln Sie eine vorhandene polizeiliche Vorgangs- oder Aktennummer an Bank oder Zahlungsdienst nur, wenn sie für das dortige Verfahren benötigt wird. Eine Anzeige ersetzt nicht die sofortige Meldung an Bank, Kartenherausgeber oder PayPal und garantiert keine Rückzahlung.
Seien Sie nach einem Schaden besonders vorsichtig bei angeblichen Rückholservices, Ermittlern oder Beratern, die gegen eine Vorabzahlung versprechen, das Geld sicher zurückzubringen. Solche Kontakte können Teil eines weiteren Betrugsversuchs sein.