Grundsätzlich aufmerksam bleiben
Auch sorgfältige Prüfungen können Betrug nicht vollständig ausschließen. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf ein einzelnes Merkmal, sondern prüfen Sie Angebot, Profil, Kommunikation, Zahlungsweg und Übergabe gemeinsam.
Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck, ein außergewöhnlich günstiges Angebot oder eine angeblich letzte Gelegenheit zu einer schnellen Entscheidung drängen.
Brechen Sie einen Vorgang ab, sobald Angaben widersprüchlich werden, zusätzliche Zahlungen verlangt werden oder Sie sich zu einer unsicheren Handlung gedrängt fühlen. Ein seriöses Geschäft sollte nachvollziehbare Fragen und eine angemessene Prüfzeit zulassen.
Möglichst über die Nachrichtenfunktion kommunizieren
Führen Sie die Kommunikation und wichtige Absprachen vorzugsweise über die Nachrichtenfunktion von suchen.expert. Dadurch bleiben Angebot, Rückfragen und Vereinbarungen in einem zusammenhängenden Kontext nachvollziehbar.
Externe Links oder Kontaktdaten können ausgetauscht werden. Ein schneller Wechsel zu E-Mail, Messenger, SMS oder Telefon erschwert jedoch später die Zuordnung und Dokumentation.
Bestätigen Sie deshalb wichtige telefonische oder persönliche Absprachen anschließend kurz in der Plattformnachricht.
Halten Sie insbesondere schriftlich fest:
- den konkreten Artikel beziehungsweise den vereinbarten Leistungsumfang,
- Zustand, bekannte Mängel und enthaltenes Zubehör,
- Preis, Zusatzkosten und Zahlungsweise,
- Übergabe, Versand, Lieferzeit und Fristen,
- Rückgabe-, Stornierungs- oder Änderungsvereinbarungen,
- spätere Abweichungen von der ursprünglichen Absprache.
Profile, Bewertungen und Verifizierungen richtig einordnen
Profilangaben, bisherige Aktivitäten, Bewertungen und gegebenenfalls angezeigte Verifizierungsmerkmale können bei der Einschätzung helfen. Sie sind jedoch keine Garantie dafür, dass ein Angebot richtig, eine Ware echt oder eine Transaktion sicher ist.
Bewertungen beruhen auf einzelnen Erfahrungen und können unvollständig, veraltet oder auf andere Vorgänge bezogen sein.
Ein neu angelegtes Profil ist nicht automatisch betrügerisch. Ein lange bestehendes oder gut bewertetes Konto kann umgekehrt übernommen oder missbräuchlich verwendet worden sein.
Eine Verifizierung bestätigt nur den jeweils geprüften Aspekt und den damaligen Prüfzeitpunkt. Sie ersetzt nicht die Kontrolle des aktuellen Angebots, der Zahlungsdaten oder der tatsächlichen Verfügungsberechtigung.
Inserate und Angebote sorgfältig prüfen
Vergleichen Sie Preis, Beschreibung, Bilder, Standort und Kommunikationsverhalten.
Besondere Vorsicht ist sinnvoll, wenn:
- der Preis deutlich unter vergleichbaren Angeboten liegt, ohne dass dies nachvollziehbar erklärt wird,
- Bilder und Beschreibung nicht zusammenpassen,
- Angaben zu Zustand, Herkunft, Verfügbarkeit oder Standort wechseln,
- viele sehr unterschiedliche Artikel mit denselben Fotos oder Texten angeboten werden,
- nur allgemeine Produktbilder vorhanden sind und konkrete Rückfragen unbeantwortet bleiben,
- ein angeblicher Versand- oder Zahlungsdienst über einen zugesandten Link bestätigt werden soll,
- Sie zu einer schnellen Anzahlung gedrängt werden,
- die andere Person jede nachvollziehbare Prüfung oder sichere Übergabe ablehnt.
Eine Rückwärtsbildsuche kann zeigen, ob Fotos bereits an anderer Stelle verwendet wurden. Ein fehlender Treffer beweist jedoch nicht, dass die Bilder selbst aufgenommen wurden oder das Angebot echt ist.
Bitten Sie bei Bedarf um zusätzliche aktuelle Aufnahmen aus plausiblen Perspektiven, ohne dabei unnötige persönliche Dokumente zu verlangen.
Risiken bei Marktplatzangeboten
Klären Sie Modell, Zustand, Funktionsfähigkeit, Zubehör, Serien- oder Identifikationsmerkmale und die Berechtigung zum Verkauf.
Prüfen Sie hochwertige Gegenstände nach Möglichkeit vor der Zahlung. Kaufbelege oder Eigentumsnachweise können hilfreich sein, sollten aber nur mit den für die Prüfung notwendigen Angaben gezeigt werden.
Ein Foto, Beleg oder Dokument kann gefälscht oder aus einem anderen Vorgang übernommen worden sein. Es ersetzt daher keine Gesamtprüfung.
Als verkaufende Person sollten Sie nicht allein auf einen zugesandten Zahlungsbeleg, einen Screenshot oder eine angebliche Bestätigungs-E-Mail vertrauen. Prüfen Sie einen Zahlungseingang ausschließlich in Ihrem selbst geöffneten Bank- oder Zahlungskonto.
Risiken bei Dienstleistungen
Vereinbaren Sie den genauen Umfang, das gewünschte Ergebnis, Material- und Nebenkosten, Termine, Änderungswünsche und die Fälligkeit der Zahlung.
Prüfen Sie erforderliche Qualifikationen oder Genehmigungen unabhängig, wenn die Tätigkeit sie voraussetzt.
Bei größeren Aufträgen können nachvollziehbare Leistungsabschnitte und dazu passende Zahlungen das Risiko reduzieren. Zahlen Sie nicht allein aufgrund von Fotos oder Behauptungen, wenn der vereinbarte Leistungsstand nicht nachvollziehbar ist.
Dokumentieren Sie Änderungen, zusätzliche Arbeiten und Mehrkosten, bevor sie ausgeführt werden.
Sicherheit bei verlorenen und gefundenen Gegenständen
Veröffentlichen Sie nicht alle besonderen Merkmale eines gefundenen Gegenstands.
Bewahren Sie einzelne Merkmale zurück, beispielsweise:
- Gravuren,
- Seriennummern,
- den genauen Inhalt,
- besondere Beschädigungen,
- nicht öffentlich sichtbare Eigenschaften.
Lassen Sie die abholende Person diese Merkmale selbst beschreiben. Ein Eigentumsnachweis kann auch durch passende, nicht öffentlich bekannte Angaben oder einen geeigneten Beleg erfolgen.
Verlangen oder versenden Sie nicht ohne Not vollständige Ausweiskopien.
Bei amtlichen Dokumenten, Zahlungskarten, Schlüsseln oder wertvollen Gegenständen kann die Abgabe bei der zuständigen Stelle oder dem Fundbüro sinnvoll sein.
Seien Sie vorsichtig, wenn eine angebliche Finderin oder ein angeblicher Finder vor der Rückgabe Geld, einen Bestätigungscode, Zahlungsdaten oder eine Vorauszahlung für Versand oder Versicherung verlangt.
Risiken bei Veranstaltungen und Tickets
Prüfen Sie Veranstalter, Datum, Ort, Sitzplatz, Personalisierung und Übertragbarkeit über die offizielle Veranstaltungsseite.
Ein Screenshot eines Tickets oder QR-Codes beweist weder dessen Gültigkeit noch, dass er nicht mehrfach weitergegeben wurde.
Teilen Sie vollständige Barcodes und QR-Codes nicht unnötig. Eine andere Person könnte versuchen, sie vor Ihnen zu verwenden.
Nutzen Sie einen offiziellen Übertragungsweg des Veranstalters, wenn ein solcher angeboten wird. Öffnen Sie ihn direkt über die selbst aufgerufene Website oder App des Veranstalters.
Zahlungsrisiken realistisch einschätzen
Jede Zahlungsart hat eigene Bedingungen und Risiken. Prüfen Sie vor der Zahlung Empfänger, Betrag, Verwendungszweck, Gebühren und mögliche Schutzregelungen direkt beim jeweiligen Zahlungsanbieter.
- Bei PayPal und ähnlichen Diensten hängen mögliche Schutz- oder Erstattungsrechte vom gewählten Zahlungstyp, der Transaktion und den jeweils geltenden Bedingungen ab. Öffnen Sie den Zahlungsdienst selbst über die offizielle App oder Website.
- Wenn eine fremde Verkaufsperson bei einem Warenkauf ausdrücklich eine PayPal-Zahlung über „Freunde und Familie“ verlangt, lehnen Sie dies ab. PayPal weist darauf hin, dass diese Option für persönliche Zahlungen vorgesehen ist und solche Zahlungen nicht unter den Käuferschutz fallen. Für „Waren und Dienstleistungen“ gelten wiederum Voraussetzungen und Ausnahmen. Weitere Informationen finden Sie in der offiziellen PayPal-Hilfe. - Kartenzahlungen sollten nur auf einer nachvollziehbaren, vertrauenswürdigen Zahlungsseite erfolgen. Geben Sie Karten-PIN, Bestätigungscodes oder andere Sicherheitsdaten niemals an die andere Vertragspartei weiter.
- Eine Banküberweisung kann nach der Ausführung schwer rückgängig zu machen sein. Prüfen Sie Empfänger und IBAN sorgfältig und beachten Sie Warnungen Ihrer Bank.
- Gutscheincodes und Kryptowährungen lassen sich häufig nur schwer zurückholen. Eine überraschende Forderung nach einer solchen Zahlung ist besonders bei Zeitdruck ein deutliches Warnzeichen.
Verlassen Sie sich nicht auf einen zugesandten Screenshot, eine E-Mail mit angeblicher Zahlungsbestätigung oder eine Nachricht über eine vorgemerkte Gutschrift.
Prüfen Sie den Zahlungseingang ausschließlich in Ihrem selbst geöffneten Bank- oder Zahlungskonto.
Gefälschte Zahlungs-, Treuhand- und Versandseiten erkennen
Betrüger können behaupten, eine Zahlung, ein Treuhandservice, eine Versandbuchung oder eine Identitätsprüfung müsse über einen Link abgeschlossen werden.
Logos und Namen bekannter Unternehmen beweisen nicht, dass die Seite echt ist.
Öffnen Sie den genannten Dienst manuell über seine bekannte Website oder App und prüfen Sie dort, ob der Vorgang tatsächlich existiert.
Geben Sie keine Onlinebanking-Daten ein, um angeblich Geld zu empfangen. Scannen Sie keinen QR-Code, um eine Zahlung „freizuschalten“, und zahlen Sie keine zusätzliche Versicherungs-, Freigabe- oder Verifizierungsgebühr ohne unabhängig bestätigten Grund.
Wenn jemand behauptet, suchen.expert biete für den konkreten Vorgang eine bestimmte Zahlungs-, Versand- oder Treuhandfunktion an, prüfen Sie dies auf der selbst aufgerufenen Website oder über das offizielle Kontaktformular. Eine zugesandte Seite oder ein suchen.expert-Logo ist kein Nachweis. Sendungsverfolgungen sollten Sie über die selbst aufgerufene Website des Versandunternehmens und eine separat geprüfte Sendungsnummer kontrollieren.
Weitere Beispiele für typische Betrugsmaschen auf Anzeigenplattformen finden Sie bei der Verbraucherzentrale. Persönliche Übergaben sicher planen
Vereinbaren Sie eine Übergabe nach Möglichkeit an einem geeigneten, gut einsehbaren Ort und zu einer Zeit, zu der andere Personen anwesend sind.
Informieren Sie eine vertraute Person über Ort und Zeitpunkt oder lassen Sie sich begleiten. Geben Sie Ihre Wohnadresse erst weiter, wenn sie für den Vorgang wirklich erforderlich ist.
Prüfen Sie den Gegenstand und das vereinbarte Zubehör vor Abschluss der Übergabe, soweit dies sicher und ohne Beschädigung möglich ist.
Bei technischen, gefährlichen oder zulassungspflichtigen Gegenständen sollte eine Prüfung nur fachgerecht erfolgen.
Lassen Sie sich weder zu einem Ortswechsel noch zu einer überraschenden Änderung von Preis oder Zahlungsweise drängen. Brechen Sie die Übergabe ab, wenn Sie sich unwohl fühlen oder die Situation von der Absprache abweicht.
Verlassen Sie sich bei einer digitalen Zahlung nicht auf den Bildschirm der anderen Person, sondern prüfen Sie Ihr eigenes Konto.
Konto- und persönliche Daten schützen
Teilen Sie nur die Daten, die für den konkreten Vorgang notwendig sind.
Geben Sie niemals folgende Informationen an andere Nutzer weiter:
- Ihr suchen.expert- oder E-Mail-Passwort,
- Einmal-, Bestätigungs- oder Wiederherstellungscodes,
- PINs oder TANs,
- vollständige Aktivierungs- oder Passwort-Zurücksetzungslinks,
- Sitzungscookies oder andere Anmeldedaten,
- vollständige Karten- oder Onlinebanking-Zugangsdaten.
Senden Sie eine Ausweiskopie nur, wenn dafür ein nachvollziehbarer und rechtmäßiger Grund besteht und ein geeigneter sicherer Übertragungsweg verwendet wird.
Verdecken Sie nicht benötigte Angaben, soweit dies für den vorgesehenen Zweck zulässig ist. Die andere Vertragspartei benötigt für gewöhnliche Rückfragen weder Zugang zu Ihrem Konto noch Fernzugriff auf Ihr Gerät.
Unterlagen und Verlauf sichern
Bewahren Sie die für den Vorgang relevanten Informationen in unveränderter Form auf.
Dazu können gehören:
- Inseratstitel, URL und Inserat-ID,
- Profilname und öffentlich sichtbare Profildaten,
- Nachrichten und schriftliche Vereinbarungen,
- Preis-, Zahlungs- und Versandangaben,
- Zahlungsbelege und Transaktionsnummern,
- Sendungsnummern und Zustellinformationen,
- Fotos, Dokumente und Zeitangaben,
- spätere Änderungen oder zusätzliche Forderungen.
Bestätigen Sie Vereinbarungen aus einem Telefonat oder Treffen kurz in der Nachrichtenfunktion.
Zeichnen Sie Gespräche nicht ohne Zustimmung auf. Speichern Sie nur relevante Daten und veröffentlichen Sie den Nachrichtenverlauf oder persönliche Angaben der anderen Person nicht eigenmächtig.
Bei Verdacht rechtzeitig stoppen und handeln
Senden Sie kein weiteres Geld und geben Sie keine zusätzlichen Daten weiter.
Sichern Sie zunächst die relevanten Nachrichten, Zahlungsinformationen und Inseratsdaten, bevor Sie einen Kontakt blockieren oder Inhalte löschen.
Melden Sie den Vorgang über das offizielle Kontaktformular von suchen.expert. Eine Meldung ermöglicht eine Prüfung im Rahmen der geltenden Regeln, garantiert aber weder eine bestimmte Maßnahme noch eine Rückzahlung oder die Durchsetzung privater Ansprüche. Wenn Sie bereits bezahlt oder Zahlungsdaten preisgegeben haben, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank, Ihr Kartenunternehmen oder den Zahlungsdienstleister über dessen offiziellen Kanal.
Bei einem finanziellen Schaden, Identitätsmissbrauch, einer Drohung oder einem anderen Straftatverdacht können Sie sich zusätzlich an die Polizei wenden. Bewahren Sie hierfür die Originalnachrichten und Belege auf. Eine vorherige Meldung an suchen.expert ist dafür keine Voraussetzung.